Vordach Glas im Check -> Kosten, Ideen & Umsetzung

Autor: Franz Wächter
  • Glas-Experte

Was ist ein Vordach aus Glas?

Haustürvordächer sind die Visitenkarte Ihres Eigenheims! Diese Vorbauten prägen das Fassadenbild von Ein- und Mehrfamilienhäuser sowohl in Dörfern als auch in Städten, sie weisen eine lange Tradition auf und entwickelten sich aus baulichen Besonderheiten von Bauernhäusern.

Heutzutage erfüllt ein Vordach aus Glas nicht nur funktionale Zwecke, es trägt auch zum Erscheinungsbild eines Wohnhauses bei. Der Vorbau über der Haustüre schützt sowohl den Hauseingang als auch Sie vor Wind und Wetter. Sie profitieren von einer Abstellfläche vor der Haustüre, die selbst bei Regen und Schnee trocken ist. Zudem können Sie bei Regen die Haustüre aufsperren, ohne dabei nass zu werden.

Der Eingangsbereich wirkt dank Vordach aus Glas nicht nur hell und einladend, sondern auch elegant. Hervorzuheben ist, dass dieses Material das Sonnenlicht nicht abschirmt. Aufgrund der Transparenz wirken aus Glas gefertigte Vordächer modern, leicht und lichtdurchflutet.

Ein Glasvordach kann hervorragend mit weiteren Materialien wie:

  • Aluminium
  • Holz
  • Edelstahl

kombiniert werden und es besteht die Wahl zwischen unterschiedlichen Formen, Größen und Designs.

Drei wichtige Fakten bei einem Vordach aus Glas:

Glasstärke:

Die Glasstärke ist das wichtigste Kriterium, um einer hohen Schneelast standzuhalten. Die Stärke des Glases ist von der jeweiligen Glasart abhängig.

Achten Sie auf den Nachweis der Standfestigkeit Ihrer Terrassenüberdachung! Die angesetzte Schneelast wird mittels europäischer Norm DIN EN 1991-1-3 geregelt. Informieren Sie sich über den Eurocode 1, der über die Einwirkungen auf Tragwerke informiert. Ebenso sollten Sie Teil 1-3 nachlesen, der die allgemeinen Einwirkungen wie Schneelasten regelt.

Gängige Stärken:

  • Acrylglas: 3, 4 und 6 mm
  • Floatglas: 10 mm
  • Polycarbonatglas: 3,4 und 6 mm
  • Teilvorgespanntes Glas (TVG): 12 und 16 mm
  • Verbund-Sicherheitsglas (VSG): 8, 10, 12 und 16 mm
  • Verbundglas (VG): 10 mm

Befestigungsart:

Unterschätzen Sie auf keinen Fall die Belastung einer dicken Schneedecke oder bei starkem Wind. Die Befestigung sollte auch dann extrem robust sein, wenn es sich um ein breites Vordach wie über einer breiten Terrassentür handelt.

Wichtige Aspekte sind hierbei die minimale Bohrtiefe ebenso wie die Montagehöhe, also wie hoch über der Türe angebracht wird.

Maße:

Wenn Sie die Maße berechnen, sollten Sie sich nicht für die Mindestlänge entscheiden, die Sie bei schönem Wetter ausmessen. Die Maße sind auch von der Himmelsrichtung und der Wind-Situation abhängig, da Regen speziell auf der Wetterseite oder bei Wind schräg fallen kann.

Welche Arten von Vordächern aus Glas gibt es?

  • Satteldach
  • Pultdach
  • Rundbogendach
  • Rechteckvordach
  • Trägervordach
  • Winkelarmvordach
  • Zugstangenvordach

Satteldach:

Das auch als Giebelvordach bezeichnete Satteldach weist zwei seitlich geneigte Dachflächen auf, die an die Form eines Sattels erinnern. Diese Dach-Variante schützt sowohl die Fassade als auch die Haustüre zuverlässig vor Regen, Hagel und Schnee.

Pultdach:

Charakteristisch für diesen Klassiker ist die geringe Neigung. Ein Pultdach ist ideal für Regionen mit hohem Niederschlag geeignet, da die Entwässerung von der Hauswand weg hervorragend funktioniert.

Rundbogendach:

Diese Variante des Satteldachs bietet den Vorteil, dass Regenwasser beidseitig ablaufen kann. Ein Rundbogendach ist ein optisches Highlight!

Rechteckvordach:

Hierbei handelt es sich um ein Vordach, das eine rechteckige Form aufweist.
Dank der geraden und klaren Formen und Linien richtet sich der optische Fokus auf das Wesentliche.

Trägervordach:

Bei dieser Variante wird das Glas an Trägern befestigt, die an der Fassade montiert werden. Das Glas kann über oder unter den Trägern liegen. Sie können aus unterschiedlichen Befestigungselementen und Dachneigungen auswählen.

Winkelarmvordach:

Beim Winkelvordach wird eine gebogene oder flache Glasplatte über der Haustüre über zwei oder mehrere Träger in Winkelform angebracht. Die Neigung ist frei wählbar.

Zugstangenvordach:

Das beinahe schwebende Glasdach wird über Zugstangen befestigt. Hierfür stellen Punkthalter am Glas das Befestigungsmittel dar. Die Glasvorderkante wird durch Stangen gehalten, während die Glasscheibe per Montagehalter direkt an der Fassade fixiert wird.

Welches Glas eignet sich für ein Vordach?

Für ein Vordach kommen unterschiedliche Glastypen infrage. Zu den wichtigsten Auswahlkriterien bei der Glasüberdachung zählen Sicherheit, Durchlässigkeit des Lichts und Pflege.
Zur Wahl stehen Überdachungen aus Echt- und Kunststoffglas. Bedenken Sie, dass alle Glasarten unterschiedliche Eigenschaften aufweisen, welche wir Ihnen nun vorstellen möchten.

Acrylglas:

Polymethylmethacrylat, kurz PMMA ist ein Kunststoffglas.

Vorteile:

  • extrem belastbar
  • höhere Bruchsicherheit als Echtglas
  • besonders witterungsbeständig
  • billiger als Echtglas
  • enorme Lichtdurchlässigkeit
  • stabil gegenüber UV-Strahlen.

Nachteile:

  • Oberfläche zerkratzt leicht
  • Reinigung problematischer
  • Gelbfärbung im Laufe der Zeit möglich.

Floatglas:

Hierbei handelt es sich um ein im Floatglas-Verfahren produziertes Flachglas.

Vorteile:

  • geringe Anfälligkeit für Kratzer
  • keine Blasen- oder Schlierenbildung.

Nachteil:

  • im Falle eines Bruchs höhere Verletzungsgefahr ohne Verarbeitung zu VSG.

Polycarbonatglas:

Dieses Kunststoffglas ist ein Verbund aus Glas und Polycarbonat.

Vorteile:

  • geringe Kratzer-Anfälligkeit
  • extrem belastbar
  • besonders witterungsbeständig
  • billiger als Echtglas.

Nachteile:

  • weniger lichtdurchlässig (circa 85 %)
  • nach einigen Jahren mattes Erscheinungsbild.

Teilvorgespanntes Glas (TVG):

Das Produktionsverfahren von TVG basiert auf voll vorgespanntem Einscheibensicherheitsglas, bei welchem die Scheiben besonders langsam abgekühlt werden.

Vorteile:

  • doppelte Stabilität wie gleich starkes Floatglas
  • extrem witterungsbeständig
  • niedere Bieg-Festigkeit als ESG.

Nachteil:

  • wenn nicht zu VSG verarbeitet, höhere Verletzungsgefahr im Falle eines Bruchs.

Verbund-Sicherheitsglas (VSG):

Hierbei sind zwei Flachglasscheiben über eine Folie miteinander verbunden, die reißfest ist. Sollte die Scheibe brechen, fallen die Scherben nicht zu Boden, da diese an der Folie haften bleiben.

Vorteile:

  • geringe Verletzungsgefahr, sollte die Scheibe brechen
  • unkomplizierte Pflege
  • geringe Kratzer-Anfälligkeit .

Nachteil:

  • hohes Gewicht.

Verbundglas (VG):

Hierbei sind zwei Glaslaminate per Kunststoff-Zwischenschicht verbunden.

Vorteile:

  • extrem belastbar
  • unkomplizierte Pflege.

Nachteil:

  • Im Falle eines Scheibenbruchs erfüllt VG nicht dieselben Sicherheitsanforderungen wie VSG.

Vordach Haustür aus Glas:

Dank seiner Transparenz wirkt es sowohl modern als auch leicht. Wenn auch die Haustüre aus Glas gefertigt ist, profitieren Sie von einem lichtdurchfluteten Eingangsbereich, der mit einem geringen Materialeinsatz die Wertigkeit des Hauses maßgeblich steigert.

Vorteile:

  • modern
  • edler und eleganter Charakter
  • verleiht Hausfassade attraktive und ansprechende Optik
  • hell und lichtdurchflutet
  • Schutz der Haustür vor Wind und Wetter
  • bruchsicher
  • Kombination mit anderen Materialien wie Aluminium, Edelstahl und Holz
  • unterschiedliche Designs, Größen und Formen.

Nachteile:

  • komplizierte Reinigung und Pflege
  • starke Montage.

Vordach Glas aus Edelstahl – was gilt es zu beachten?

Produzenten von Haustürvordächern greifen gerne auf die Kombination aus Glas und Edelstahl zurück, da diese Materialien zahlreiche Vorteile bieten.

Vorteile:

  • robust
  • rostfrei
  • witterungsbeständig
  • keine aufwändige und spezielle Pflege erforderlich
  • makelloses Aussehen auch nach vielen Jahren.

Was ist ein Vordach aus Glas freitragend?

Freitragende, aus Glas gefertigte Vorbauten überzeugen in puncto Design und ziehen die Blicke auf sich. Für kleinere Eingangsbereiche sind freitragende Konstruktionen ideal, da das schwebende Design Zurückhaltung verkörpert.

Dank des elegant-transparenten Designs samt optischer Schwerelosigkeit werten freitragende Glasdächer die Fassade auf und sie bieten im Eingangsbereich einen hervorragenden Schutz vor Wind und Wetter.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Vordächern kommen diese Konstruktionen ohne Trägerelemente aus. Dennoch bieten diese Meisterwerke der Ingenieurskunst eine hohe Tragkraft ebenso wie Stabilität und Seitenteile lassen sich unkompliziert kombinieren.

Charakteristisch für das freitragende Vordach ist, dass jegliche Befestigungselemente durch eine Leiste an der Wand verdeckt sind.

Vorteile:

  • Blickfang
  • modernes, puristisches Design
  • eleganter und minimalistischer Schutz des Eingangsbereiches
  • funktionell
  • langlebig
  • hält jeglichen Widrigkeiten des Wetters stand
  • keine Trägerelemente
  • unkomplizierte Kombination mit Seitenteilen.

Nachteile:

  • begrenzte Spannweite
  • begrenzte Tiefe.

Was kostet ein Vordach aus Gas?

Die Kosten variieren je nach Modell, Hersteller, Material und Größe. Die Preisspanne für ein Haustürvordach reicht von 80 bis zu mehreren hundert Euro.

  • Wenn Sie ein freitragendes Vordach bevorzugen, müssen Sie mit 800 bis 5.000 Euro rechnen. Bei komplizierten bzw. individuellen Konstruktionen können Kosten im mittleren vierstelligen Bereich anfallen.

Aktuelle Tests zeigen, dass selbst günstige Modelle eine gute Verarbeitung aufweisen können, jedoch kommen diese mit simplen und preiswerten Materialien aus.

Bei billigen Varianten erhalten Sie meist einen Rahmen aus Holz oder Aluminium und nicht aus Edelstahl. Zudem sollten Sie bedenken, dass günstige Vordächer aus Glas oftmals anfälliger gegenüber starker Beanspruchung ist.

Vordach aus Glas mit Holz – wann sollte man es nutzen?

Wenn Sie auf ein rustikales Erscheinungsbild Wert legen und eine warme Atmosphäre im Eingangsbereich schaffen möchten, ist ein Haustürvorbau aus Glas und Holz empfehlenswert.

Naturmaterial im Trend

Das Naturmaterial passt sich perfekt an das Erscheinungsbild einer Holztür und Holzfassade an, da unterschiedliche Holzarten zur Auswahl stehen. Zudem unterstreichen Vordächer aus Glas und Holz Fensterrahmen, die aus Holz gefertigt sind.

Bestens geeignet sich heimische Hölzer wie Robine, Edelkastanie und Eiche. Ebenso kommen für den Vorbau aus Glas auch Hölzer aus Übersee zum Einsatz, da diese extrem robust und langlebig sind. Auch KVH, also Konstruktionsvollholz eignet sich hervorragend für Außenbereiche.

Holz ist in Kombination mit Glas nicht nur zeitlos, sondern auch preiswert. Zudem besteht die Möglichkeit, Holz mit Lasuren oder Lacken aufzuwerten und in Bezug auf die Farbe an die Fassade anzupassen.

Wenn Sie sich für dieses robuste und langlebige Naturmaterial entscheiden, müssen Sie Zeit in die Pflege investieren. Holz muss in regelmäßigen Abständen imprägniert werden, damit keine Feuchtigkeit eindringt und um das Material vor klimatischen Einwirkungen zu schützen. Zudem verlängert ein Anstrich die Lebensdauer.

Vorteile:

  • Naturmaterial
  • warme, gemütliche und rustikale Atmosphäre
  • passt sich an Erscheinungsbild von Fassaden und Türen an
  • zeitlos
  • langlebig
  • stabil
  • als Bausatz erhältlich
  • zahlreiche gestalterische Möglichkeiten
  • umfangreiche Farbpalette an Lasuren und Lacken
  •  preiswert.

Nachteil:

  • regelmäßiges Imprägnieren erforderlich.

Vordach mit Glas und Stützen:

Damit tiefe ebenso wie breite Vordächer aus Glas statisch sicher gehalten werden, kommen Stützen zum Einsatz. Diese Stützen sind entweder an der Vorderseite des Vorbaus oder seitlich angebracht. Bei großen Vordächern sind häufig auch Regenrinnen integriert, damit der Regen problemlos vom Vordach abfließen kann.

Bei modernen Gebäuden kommen oft Vordächer mit Stützen aus Aluminium oder Edelstahl zum Einsatz. Während Aluminium meist farblich pulverbeschichtet ist, setzt Edelstahl mit der hochglänzenden Oberfläche einen edlen Akzent.

Wenn Sie die Stützen in puncto Farbe an die Fensterrahmen oder die Haustüre anpassen möchten, empfehlen sich Stützen aus Aluminium.

Stützen aus Alu und Aluminium sind pflegeleichte Alternativen zu Holz.

DIY Ideen zum Vordach mit Glas:

Bedenken Sie, dass das Vordach in schneereichen Regionen mit Stützpfeilern versehen werden muss, welche die notwendige Stabilität bei hoher Schneelast garantieren. Sollten Sie ein Vordach in einer Windschneise errichten, sollten Sie die seitlichen Teile verstärken, um Ihren Hauseingang vor kräftigen Windböen, Sonne und Niederschlag zu schützen. Wenn Sie Ihr Eingangsbereich in einem dicht bebauten Gebiet liegt, können Sie sich für ein Seitenelement entscheiden, um Sichtschutz zu genießen.

Werten Sie Ihr DIY-Vordach mit einer LED-Leiste oder LED-Spots auf oder verbinden Sie die Beleuchtung Ihres Vordachs mit einem Bewegungsmelder.

Beachten Sie die gesetzlichen Bestimmungen, bevor Sie Ihr Projekt planen!

Mittlerweile sind zahlreiche kleine Vordächer auch als Bausatz im Handel erhältlich. Bei den meisten Bausätzen müssen Sie lediglich das Plexi- oder Verbundglas und den Metallrahmen fixieren. Zur Auswahl stehen neben rustikalen Bausätzen aus Holz bzw. Holz und Glas auch Vordächer mit Rundbögen, Pultdächer und passende Seitenteile. Nutzen Sie ausschließlich hochwertiges Befestigungsmaterial und bedenken Sie, dass Acrylglas in Bezug auf die Handhabung wesentlich einfach ist als Echtglas.

Sollte Ihre Fassade mit einer Dämmung versehen sein, müssen Sie die Verankerung im Mauerwerk anbringen. Bedenken Sie, dass Befestigung fachgerecht erfolgen muss, um eine Beschädigung des Dämmmaterials zu vermeiden!

Wenn Sie kreativ sind, sollten Sie Glas mit Holz kombinieren, da Holz zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten bietet. Zudem ist Holz billiger und kann farblich in Szene gesetzt werden.

Das Wichtigste ist jedoch eine fachgerechte ebenso wie sichere Montage!

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