Floatglas im Check: Vorteile, Qualität & Kosten

Autor: Franz Wächter
  • Glas-Experte

Floatglas – Definition, Herstellung und Verwendung

Floatglas ist ein anderer Name für Flachglas. Es wird im so genannten Floatglasverfahren hergestellt. Das ist ein kontinuierlicher Prozess. Dabei wird das flüssige, geschmolzene Glas auf ein flüssiges Zinnbad geleitet. Das Glas schwimmt dann regelrecht auf diesem Bad und davon (float) leitet sich der Name ab. Flachglas ist heute Standard und weit verbreitet, zum Beispiel in:

  • Fenstern
  • Spiegeln
  • Möbeln
  • Glashäusern
  • Autoscheiben

Definition: Was ist Floatglas?

Floatglas ist per Definition:

  • Flaches Glas
  • Durchsichtig
  • Der DIN 1249 (Flachglas im Bauwesen) unterworfen
  • Auch unter dem Begriff Basisglas bekannt.

Herstellung von Floatglas im Detail

Floatglas wird heute zu über 95 Prozent im Flachglasverfahren mit Zinnbad hergestellt. Doch dieses Verfahren ist keine Erfindung der letzten Jahre. Bereits seit Mitte des 19. Jahrhundert wird an diesem Verfahren experimentiert. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in den USA das erste Patent für dieses Herstellungsverfahren vergeben, das aber nie industriell genutzt wurde.

Erst die Weiterentwicklung Mitte des 20. Jahrhunderts machte das Verfahren reif für die Industrie. Und so begann man in den 1960er Jahren in Großbritannien mit der Flachglasherstellung im großen Stil. Seit diesem Zeitpunkt ist es für die Industrie ein Leichtes, Glas mit planparallelen Oberflächen herzustellen.

Technologie der Herstellung

Technologische Grundlage für diesen Prozess ist ein Bad aus flüssigem Schwermetall, genauer gesagt Zinn. Das geschmolzene Glas wird bei einer Temperatur von 1100 Grad Celsius in einem länglichen Bad über flüssiges Zinn geleitet und erhält so seine Form. Denn das Glas ist um etwa zwei Drittel leichter als Zinn. Daher schwimmt es wie ein Film oben auf dem Zinn und breitet sich in der Folge völlig gleichmäßig aus.

Anschließend wird das Glas im Kühlofen unter kontrollierten Bedingungen verspannungsfrei heruntergekühlt. Das Ergebnis dieses Prozesses ist:

  • Absolut glatt
  • Frei von Lufteinschlüssen
  • Weniger als 1 mm und bis zu 24 mm dick
  • Auf die europäische Standardgröße von 6000 x 3210 mm zugeschnitten

Weitere Verfahren zur Herstellung von Flachglas

Neben dem Flachglasverfahren gibt es noch weitere Verfahren zur Glasherstellung:

  • Pittsburgh-Verfahren
  • Zylinderblasverfahren (vor allem für Antikglas)
  • Fourcault-Verfahren
  • Libbey-Owens-Verfahren

Aufgrund minderwertiger Qualität konnte sich allerdings keines dieser Verfahren gegenüber dem Floatprozess durchsetzen. Denn das Ergebnis der anderen Verfahren sind oft wellige Scheiben mit vielen Luft- und Materialeinschlüssen. Und diese zu verwenden ist im modernen Fenster- oder Autobau nicht denkbar.

Wo kann ich Floatglas kaufen?


Floatglas können Sie im Glasfachhandel sowie auf spezialisierten Internetseiten kaufen. Dort gibt es das Glas in Standarddicken zwischen 3 und 15 mm.

Die Eigenschaften von Floatglas im Überblick

Flachglas hat verschiedene Eigenschaften:

  • Es ist durchsichtig und hat eine Lichtdurchlässigkeit von 85 bis 90 %.
  • An den Kanten schimmert das Glas jedoch leicht grün (Grund sind die Eisenoxide aus der Glasschmelze)
  • Es ist robust gegen Kratzer
  • Die Oberflächen sind plan parallel, also komplett eben und parallel
  • Es ist beständig gegen Temperaturwechsel (Temperaturbeständigkeit: ca. 40 Kelvin)
  • Flachglas wiegt etwa 2,5 kg pro Millimeter Glasdicke und Quadratmeter.

Während ein Quadratmeter in 4 mm Dicke etwa 10 kg wiegt, wiegt der Quadratmeter bei 8 mm Dicke schon 20 kg.

Floatglas Kosten

Die Preise für Floatglas sind abhängig von der Größe und der Dicke. Je dicker das Glas ist, desto höher ist der Preis. Als Faustregel gelten folgende Preise pro Quadratmeter:

  • 4mm: ca. 40 Euro
  • 6 mm: ca. 60 Euro
  • 8 mm.: ca. 80 Euro

Ist das Glas besonders zugeschnitten oder die Kanten besonders behandelt, erhöht das den Preis.

Wie kann man Floatglas schneiden?

Um Glas zu schneiden, ist professionelles Werkzeug, wie ein Glasschneider, nötig. Ein Glasschneider kann entweder ein

  • Metallrad
  • Eine Diamantschneide oder ein
  • Schneider mit Metallschneide aus Hartmetall

sein.

Neben dem richtigen Werkzeug ist eine passende Unterlage, wie eine Korkplatte sowie Schutzausrüstung nötig. Die Schutzausrüstung besteht aus:

  • Schutzbrille
  • Handschuhen
  • stabiler Kleidung
  • festen Schuhen, am besten Sicherheitsschuhen mit Stahlkappen.

Die Kanten des Glases müssen nach dem Schleifen mit Sandpapier oder einem Schleifstein abgeschliffen werden.

Weißglas vs Floatglas – die Unterschiede

Weißglas unterscheidet sich von Flachglas durch die Zusammensetzung. Es sind vor allem zwei Faktoren, die den Unterschied machen:

  • Die größere Reinheit
  • Der geringere Anteil an Eisenoxyd.

Das führt dazu, dass Weißglas Farben besser wiedergibt als Flachglas.

Im Handel ist Weißglas auch unter anderen Namen bekannt:

  • Opitwhite
  • Diamant
  • Extraweiss

Es wird meist im Innenausbau, zum Beispiel bei Tischplatten, Vitrinen oder Duschwänden verbaut

Wo wird Floatglas am Haus genutzt?

Flachglas wird an vielen Teilen im Haus genutzt. Fensterscheiben bestehen quasi immer aus Flachglas. War es früher oft nur eine einzige Scheibe, ist heut die Dreifachverglasung zum Standard geworden. Auch für Glastische oder Glaswände kommt Flachglas zum Einsatz. Dabei allerdings oft in der Sonderform als VSG Sicherheitsglas. Spiegel sind ebenfalls aus Flachglas gefertigt. Auch Glashäuser bestehen aus flachem Glas.

Fazit

Floatglas ist heute ein vielfach genutztes Glas im Innenbereich oder bei Autos. Durch den Floatprozess lässt sich das Glas relativ günstig und in gleichbleibend guter Qualität herstellen. Fensterscheiben, Autoverglasung oder Spiegel wären heute ohne Floatglas nicht denkbar.

Terrassenüberdachung Glas im Check – Plannung & Kosten

Weiter lesen

Markise reinigen: Tipps & Tricks für die perfekte Reinigung

Weiter lesen

Sichtschutzfolie Glas im Check: Qualität, Anwendung & Kosten

Weiter lesen