Glas Schmelzpunkt: Wann schmilzt Glas & warum ist es wichtig?

Autor: Karl-Tim
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Wenn Glas schmilzt

Bei welchen Temperaturen schmilzt Glas? Die Frage nach dem Schmelzpunkt von Glas gestaltet sich komplex. Statt von einem Schmelzpunkt sprechen Experten daher von einem Transformationsbereich, wenn es um Glas geht. Bei Wasser ist die Sache eindeutig. Ab 0 Grad nimmt Eis einen flüssigen Aggregatzustand an. Glas schmilzt nur bedingt. Es ändert lediglich seine Konsistenz. Dann ist Glas sehr weich und lässt sich formen.

Auf die Temperatur kommt es an

Im Haushalt schmilzt Glas in der Regel nicht. Schließlich bedarf es für das Schmelzen von Glas sehr hoher Temperaturen. Ein Spezialofen muss eine Temperatur von 650 bis 700 Grad erreichen, damit Glas seine Form verändert. Bereits bei einer Temperatur von 540 Grad verformt sich Glas. Nur mit einem geeigneten Brennofen, der bis zu 1000 Grad erzeugt, ist das Schmelzen von Glas zu realisieren.

Das passiert beim Schmelzen von Glas

Für das Schmelzen von Glas ist ein Rohstoff erforderlich. Altglas ist praktisch in jedem Haushalt vorhanden. Ob Bier-, Wasser-, Saft-oder Weinflasche, jede Glasflasche eignet sich zum Schmelzen. Wichtigste Voraussetzung für das Schmelzen ist das Entfernen von Etiketten samt Klebstoff mit Spülmittel und Wasser. Vor dem Schmelzen ist das Wasser außerdem zu reinigen und zu trocknen.

Benötigte Materialien und Ofen

Für das Schmelzen von Altglas ist ein geeigneter Brennofen das A und O. Dieser muss Temperaturen bis 1000 Grad erzeugen. Solche Öfen sind sehr hochpreisig. Manchmal gibt es Vereine oder andere kulturelle Einrichtungen, bei denen der Ofen genutzt werden kann.

Glas gießen und Schutzmaßnahmen ergreifen

Für das Gießen von geschmolzenem Glas sind bestimmte Formen erforderlich, die käuflich zu erwerben oder auch selbst herzustellen sind. Das Altglas ist später aufzuhängen. Dafür sind Kupferdrähte nötig. Vor dem Schmelzen ist es dringend geboten, an feuerfeste Handschuhe, Schutzbrille und schützende Kleidung zu denken.

Glas perfekt schmelzen

Sind die Schutzvorkehrungen einmal getroffen, geht es Schritt für Schritt los mit dem Schmelzen.

  1. Vorbereitung des Ofens Der Ofen wird vor dem Schmelzprozess grundlegend gesäubert. Dabei ist darauf zu achten,dass sämtliche Rückstände und Staubpartikel entfernt sind. Andernfalls führt dies zu einer Beeinträchtigung der Reinheit. Auch die Sicherheit des Ofens ist an dieser Stelle zu checken.
  2. Altglas in den Ofen hängen Das Altglas hängt man nun an den Kupferdrähten in den Ofen. Darunter stellt man die Gussform. Soll das Glas nur geformt werden, ist Letzteres nicht erforderlich.
  3. Ofen programmieren Den Ofen auf die entsprechende Temperatur einstellen. Die Einstellung hängt vom Glas ab. Eine wichtige Rolle spielen dabei Erfahrung und Dauer des Schmelzprozesses. Ab 540 Grad erweicht sich das Glas und es verflüssigt sich ab einer Temperatur von 650 Grad.
  4. Langsam abkühlen : Hat das Glas geglüht, empfiehlt es sich, den Ofen langsam herunterzuschalten und das Glas so auskühlen. Bei zu schnellem Absenken der Temperatur besteht die Gefahr, dass das Glas springt. Auch für Windschutzscheiben gilt entsprechend, dass diese schnell einmal reißen, sobald es zu extremen Temperaturschwankungen kommt. Allerdings geschieht dies meist nur, wenn schon zuvor eine Beschädigung durch einen Steinschlag existierte. Auch eine verzogene Karosserie infolge eines Unfalls führt gegebenenfalls zu einem Springen der Windschutzscheibe.

Fazit

Glas kommt in Haushalten, Industriebetrieben, Technik und Wissenschaft zum Einsatz. Erst bei Temperaturen ab einem dreistelligen Bereich ändert es seine Form und wird weich. Das Material ist besonders kälte- und hitzebeständig. Ob es sich tatsächlich als stabil und robust erweist, hängt davon ab, wie schnell es zu einem sehr großen Temperaturanstieg bzw. zu einem extremen Temperaturabfall kommt. Für das Schmelzen jedoch sind extrem hohe Temperaturen erforderlich.

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