ᐅ Haus aus Glas: Möglichkeiten, Formen & Kosten [2022]

Autor: Franz Wächter
  • Glas-Experte

Viele Menschen schätzen Glas als Baustoff und setzen es für die eigenen vier Wände ein. Meist kommt Glas nur partiell zum Einsatz – zum Beispiel bei großflächigen Fenstern, bei Türen oder im Glaswintergarten. Doch es gibt auch andere Konzepte, bei denen nahezu ein ganzes Haus aus Glas gebaut wird. Doch kann das funktionieren und worauf ist zu achten? Der nachfolgende Beitrag klärt auf und gibt einen genauen Einblick in das Thema.

Was ist ein Haus aus Glas?

Wenn man von einem Haus aus Glas spricht, ist folgendes gemeint:

  • Es ist überdurchschnittlich viel Glas verwendet worden.
  • Dank moderner Dreifachverglasung ist Glas heute fast so effizient wie eine gemauerte Wand.
  • Große Glasflächen lassen viel Licht und Wärme ins Haus.
  • Gerade im Sommer stellt das zusätzliche Ansprüche an den Sonnenschutz, z.B. mit Sonnenschutzglas.
  • Ebenso muss an den Sichtschutz gedacht werden, um Privatsphäre zu garantieren.

Wie baut man ein Haus aus Glas?

Natürlich muss auch ein Haus mit viel Glas von der örtlichen Baubehörde genehmigt werden.

Schwieriger als der Bau eines anderen Hauses ist der Bau eines Hauses prinzipiell nicht. Natürlich muss auf eine ordentliche Planung und auf eine genaue Ausführung geachtet werden.

Wenn Spezialisten die Ausführung übernehmen, steht einem gelungenen Bau nichts mehr im Wege.

Die richtigen Glasspezialisten einbeziehen

Wie bei jedem Bauvorhaben ist es auch beim Bau mit viel Glas wichtig, die richtigen Fachleute zu Rate zu ziehen. Diese können empfehlen, welches Glas für welchen Zweck das richtige ist und was bei der Kombination mit anderen Materialien zu beachten ist. Neben einem Architekten sollte auch der Glashersteller frühzeitig in die Planung involviert werden. Er ist der Spezialist für das richtige Material und kann bei der Auswahl behilflich sein. Daneben ist es immer ratsam, auch einen Statiker zurate zu ziehen. Gerade bei großen Glasfassaden, muss die Statik berücksichtigt werden.

Welches Glas kommt zum Einsatz?

Glas, das an der Außenfassade verwendet wird, sollte besonders isolieren. Daher wird in diesem Fall in der Regel moderne Dreifachverglasung oder Isolierglas verwendet. Handelt es sich um Glaselemente im Innenbereich kann auch die günstigere Einfachverglasung zum Einsatz kommen.

Ist zusätzlicher Sichtschutz gewünscht, gibt es Milchglas oder das Glas wird mit Sichtschutz Folie Glas geklebt.

Sicherheitsglas als Standard beim Bauen

Beim Bau von Häusern setzen Experten prinzipiell auf Sicherheitsglas. Dabei unterscheidet man Einscheibensicherheitsglas (ESG) und Verbundglas (VSG). ESG zerbricht in viele kleine Schereben, die aber nicht scharfkantig sind.

VSG wird durch spezielle Folien zusammengehalten. Springt es, hält die Folie das Glas weiterhin zusammen. Scherben gibt es hier zunächst also keine.

Welche Vorteile hat ein Haus aus Glas?

Ein Haus mit viel Glas hat gegenüber der konventionellen Bauweise mit starren Mauern einige Vorteile.

Die Gewinnung von Wärme durch die Kraft der Sonne

Durch große Glasflächen kann den ganzen Tag über das warme Sonnenlicht ins Innere des Hauses einfallen. Das führt dazu, dass sich die Räume gerade im Winter schön aufheizen und Energie gespart werden kann. Man nennt das auch den Glashauseffekt. Denn Wärme gelangt zwar ins Innere, kann aber nicht mehr nach Außen entweichen. Was im Winter ein Vorteil ist, kann aber im Sommer ein Nachteil sein. Hier ist es wichtig, auf einen guten Sonnenschutz zu achten. Rollläden, Plissee Fenster oder andere Maßnahmen sorgen hier dafür, dass sich die Räume nicht zu sehr aufheizen.

Der freie Ausblick nach draußen

Fassaden aus Glas geben den Blick nach draußen frei. Dort wo bei anderen Häusern feste Mauern stehen, geben bei Glashäuser Fassaden und Fenster den Blick frei. Und beim Blick in die Natur wird der Kopf ganz schnell frei.

Viel Tageslicht bis in den Abend

Durch große Glasflächen gelangt viel Licht ins Innere eines Hauses. Das kann dazu beitragen, Kosten bei der Beleuchtung zu sparen. Wenn die Räume natürlich beleuchtet werden, braucht man viel weniger künstliches Licht. Das tut auch dem Organismus gut.

Ideale Wachstumsbedingungen für Pflanzen

Ein Haus mit viel Glas ähnelt dem Treibhaus von Gärtnereien. Die warmen Temperaturen und das viele Tageslicht schaffen optimale Wachstumsbedingungen für Pflanzen. Wer also einen grünen Daumen hat und sich gerne mit Pflanzen umgibt, für den könnte die Glasarchitektur genau das Richtige sein.

Was ist das Haus im Haus Prinzip?

Bei diesem Prinzip baut man in ein bestehendes Haus ein weiteres Haus. Das wird zum Beispiel gemacht, wenn man die äußere Hülle eines Gebäudes nicht verändern will, aber dennoch eigene Vorstellungen verwirklichen will. Oft kommt dieses Prinzip bei alten Gebäuden zum Einsatz. Bauherren möchten die Substanz nicht angreifen, im Inneren aber dennoch modernen Wohnraum schaffen. Um den Wohntraum zu verwirklichen, wird meist sehr viel Glas verwendet. Denn das sorgt für Licht in den Innenräumen und gibt auch den Blick auf die ursprüngliche Substanz frei. Zugleich sorgt Glas für Isolierung und räumliche Trennung.

Das Haus-im-Haus-Prinzip bei modernen Glashäusern

Das Haus-im-Haus-Prinzip kommt auch in der modernen Glasarchitektur zum Tragen. Denn ein reines Glashaus wäre schwer zu realisieren. Daher setzen Architekten zum Bespiel auf ein Holzhaus, das in einem teilweise verglasten Außenhaus steht. Hier werden die Vorteile des Glashauses mit einer bezahlbaren und soliden Bauweise kombiniert.

Die Vorteile des Haus im Haus Prinzip

Beim Haus in Haus Prinzip liegt quasi ein Luftpolster zwischen dem äußeren und dem inneren Haus. Durch die vielen Glasflächen macht man sich den Glashauseffekt zu Nutze und dieser sorgt wiederum für Wärme.

Die Innenhülle des Hauses ist diffusionsoffen. Das bedeutet, dass Luft, Gerüche und Gase jederzeit das innere Haus verlassen können.

Hat ein Haus aus Glas auch Nachteile?

Natürlich gibt es bei einem Haus, an dem viel Glas verbaut wurde, auch Nachteile. Auf diese gehen die folgenden Abschnitte ein.

Überhitzung und Wärmeverlust

Ein großer Nachteil bei der Glasarchitektur ist, dass sich die Räume im Sommer sehr stark aufheizen. Hier muss schon von Anfang an auf einen guten Sonnenschutz geachtet werden – entweder von außen, von innen oder in Kombination. Im Winter kann die Sonne zwar die Räume tagsüber gut aufheizen, aber in den Nächten drohen hohe Wärmeverluste.

Wenig Privatsphäre

Viel Glas gibt viel frei. Wer daher seine Privatsphäre gewahrt werden möchte, sollte auch an den

Sichtschutz denken. Gerade am Abend, wenn alle Räum hell beleuchtet sind, sollte es die Möglichkeit geben, Vorhänge, Rollos oder Plissees zu schließen.

Hoher Aufwand für die Reinigung

Glas ist anfällig für Dreck. Vor allem, wer Kinder hat, weiß, dass Glasscheiben nie lange sauber bleiben. Es macht einfach zu viel Spaß, seine Fingerabdrücke oder anderes auf dem Glas zu hinterlassen. Wer viele Glasflächen hat, muss diese oft reinigen. Das ist ein großer Nachteil zu Wänden aus Beton.

Die Mehrkosten beim Bau

Dass eine Glasfassade deutlich mehr kostet, als eine herkömmliche Beton- oder Ziegelwand, lässt sich nicht leugnen. Wer also im Glashaus wohnen möchte, muss dies Kosten einkalkulieren.

Haus aus Glas – Kosten

Wie bei jedem Bauvorhaben ist alleine die Größe ein großer Treiber für die Kosten. Die genauen Kosten müssen im Einzelfall eruiert werden. Plant man aber zu Beispiel eine Glasfassade mit Vorsatzschale kann hier mit Kosten von um die 400 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Freitragende Glasfassaden sind noch einmal deutlich teurer. Die Kosten werden dabei auch von der Glasart beeinflusst. Diese fallen je nach Glasart, Glasstärke oder U-Wert unterschiedlich aus.

Haus aus Holz und Glas – passt das zusammen?

Glas und Holz sind bei näherer Betrachtung sehr unterschiedlich. Während Holz eine warme und natürliche Atmosphäre verströmt, steht Glas eher für die moderne und puristische Bauweise. Doch in der Realität passen beide Werkstoffe beim Bau eines Hauses sehr gut zusammen. Die beiden Baustoffe ergänzen sich sehr gut. Sie stellen zum Beispiel die ideale Kombination für die Speicherung von Wärme dar. Auch optisch lassen sich beide Baustoffe gut verbinden.

Fazit

Glas ist aus dem modernen Hausbau nicht mehr wegzudenken. Wer eine besonders luftige und offene Atmosphäre in den eigenen vier Wänden schaffen will, kann beim Bau auf viel Glas setzen. Es ist zum Beispiel möglich Außenwände durch Fassaden aus Glas zu ersetzen oder großflächige Fenster in Übergröße einzubauen. Auch im Inneren des Hauses lassen sich Glaselemente einsetzen. Dazu gehört eine Glastreppe, Trennwände aus Glas oder Türen aus Glas.

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