Glasversiegelung im Check: Qualität & Funktion erklärt

Autor: Franz Wächter
  • Glas-Experte

Was ist eine Glasversiegelung?

Mit einer Glasversiegelung werden im Haushalt verschiedene Glasflächen vor einer Neuverschmutzung geschützt. Der Schutz entsteht durch eine geglättete Struktur der Glasfläche. So können Schmutz und Regenwasser nicht mehr haften bleiben. Leichte Verschmutzungen sind zudem mühelos zu entfernen, wodurch auch das Fensterputzen enorm erleichtert wird. Die Haushaltskasse sowie die Umwelt profitieren davon, da kein Glasreiniger mehr notwendig ist. Sobald eine Versiegelung aufgebracht wurde, reicht ein Mikrofasertuch mit klarem Wasser völlig aus, um Fenster- bzw. Glasflächen zu reinigen und wieder in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Glasversiegelung bei Duschen

Das Reinigen der Dusche kann dank des Lotuseffekts zu einer pflegeleichten Angelegenheit werden. Eine Nano-Glasversiegelung verhindert das Entstehen von hartnäckigen Kalkflecken, da das Wasser vom Glas der Dusche abgewiesen wird. Die Nano-Glasversiegelung lässt Wasser von der Glasoberfläche abperlen und verhindert so die Anhaftung kleinerer Schmutzpartikel. Bei Bedarf kann die Glasversiegelung für Duschen jederzeit wiederholt werden. Mit der Nano-Versiegelung können außerdem auch Keramikoberflächen wie beispielsweise Waschbecken, Fliesen und Bade- und Duschwannen geschützt werden.

Glasversiegelungen auf der Terrasse

Mittlerweile sind viele Produkte hinsichtlich der Nano-Versiegelung auf dem Markt zu finden. Die herkömmliche Nano-Versiegelung bietet jedoch nach wie vor den besten und längsten Schutz auf der Terrasse. Hierbei verbinden sich die feinen Nanopartikel mit der Oberfläche des Untergrundes. So entsteht eine Schicht auf der Terrasse, die vor dem Eindringen von Feuchtigkeit schützt. Für einen langfristigen Erhalt der Bausubstanz ist das enorm wichtig, denn gerade Schäden aufgrund von Feuchtigkeit, können nach wenigen Jahren dann vermeidbare Renovierungen hervorrufen. Beachtet werden muss jedoch, dass durch eine Nano-Versiegelung die Flächen nicht komplett abgedichtet werden, sondern nur einen unsichtbaren Schutzfilm für die Oberfläche darstellen.

Des Weiteren spricht noch ein Grund für eine Nano-Versiegelung auf der Terrasse. Leichte Verschmutzungen und Staub lassen sich kinderleicht mit dem Gartenschlauch entfernen. Scharfe Reinigungsmittel sind dann nicht mehr erforderlich. Außerdem schützt die Nano-Versiegelung auch vor der Entstehung von Flechten und Moosen auf der Terrasse.

Wie funktioniert eine Glasversiegelung?

Einige Hersteller von Glasprodukten bieten schon gleich ab Werk eine zusätzliche Versiegelung der Glasoberflächen an. Jede Glasscheibe besitzt Vertiefungen, die für den Menschen weder fühlbar noch sichtbar sind. Diese Unebenheiten werden dann mit der Versiegelung aufgefüllt. Demnach bietet das Glas dann Schutz vor Ablagerungen durch Schmutz- und Kalkpartikel sowie Wasser.

Was ist der Lotus-Effekt bei Gläsern/Fenstern?

Die Oberfläche eines versiegelten Glases bzw. Fensters besitzt den sogenannten Lotus-Effekt, d. h. es ist hydrophil (wasserabweisend). Demnach verträgt es sich nicht mit Silikon, welches oft in Dichtstoffen und Dichtungen zu finden ist. Kommen also die wasserabweisenden Oberflächen damit in Berührung, kann sich das Wasser nicht mehr in Form eines Films ausbreiten.

Wie funktioniert nun also dieser Lotus-Effekt? Die Nano-Partikel sind die Materialien unserer Zukunft. Produkte, die aus der Nanotechnologie stammen, nutzen alle guten Besonderheiten der Nano-Polymere. Versiegelungen aus dem Bereich der Nano-Forschung zeichnen sich insbesondere durch folgende Merkmale aus:

  • fettabweisend (lipophob)
  • wasserabweisend (hydrophob)
  • selbstreinigend

Diese Eigenschaften sorgen für ein sehr leichtes entfernen von Schmutz. Reinigungsmittel werden somit überflüssig, denn reines Wasser reicht vollkommen aus.

Der Lotus-Effekt wurde zunächst in den 70er Jahren bei der Lotuspflanze beobachtet. Dieser Effekt bezeichnet die verringerte Ummantelung einer Oberfläche. Bei der Lotuspflanze perlen Regentropfen auf den Blättern ab und nehmen dabei alle Schmutzpartikel mit, die sich auf der Oberfläche befinden. Da dieser wasserabweisende Vorgang auf die Lotuspflanze zurückzuführen ist, wird er hierzulande als Lotus-Effekt betitelt.

Bis in die 90er Jahre kannte man dieses Phänomen nur aus der Natur. Dann übertrug man die Fähigkeit der Selbstreinigung in biometrisch-technische Produkte. Diese Produkte sind dann mit dem Markennamen Lotus-Effekt gekennzeichnet.

Inzwischen sind Nanoversiegelungs-Produkte gegen Schmutz auf den unterschiedlichsten Flächen anwendbar. Durch die dünne Schicht aus Nanopolymeren schützt sie die Oberfläche dauerhaft vor schädlichen Umwelteinflüssen und Schmutz.

Der Reinigungsaufwand wird zudem sehr minimiert. Es sind keine scharfen Reinigungsmittel mehr notwendig, da sich die kleinen Verschmutzungen mit klarem Wasser ganz leicht entfernen lassen.

Verglichen mit ihrem Volumen, haben Nano-Partikel eine sehr große Oberfläche. Bis heute werden ihre Stoffe für die Entwicklung neuer nanotechnologischer Neuheiten genutzt.

Werden Oberflächen, die eine Nano-Versiegelung erhalten haben, unter dem Mikroskop betrachtet, kann sehr klar erkannt werden, wie sich ein Netz aus Nano-Polymeren über die Oberfläche gelegt hat. Dieses Netz ist eng mit der Oberfläche verbunden.

DIY: Kann man die Glasversiegelung selbst vornehmen?

Auf dem Markt befinden sich schon etliche Produkte, die es möglich machen, die Glasversiegelung selbst vorzunehmen. Für die Auftragung wird neben dem Produkt lediglich nur ein Mikrofasertuch benötigt. Sobald die Glasflächen gründlich gereinigt wurden, kann die Anwendung mit den geeigneten Produkten beginnen. Dies erspart weitere Kosten, da für die Versiegelung kein Profi beauftragt werden muss. Aufgrund dessen, dass die Produkte für die Glasversiegelung sehr sparsam eingesetzt werden können, versprechen Sie eine hohe Ergiebigkeit.

Bei Brillengläsern kann der Lotus-Effekt nachträglich nicht aufgetragen werden. Hier erfolgt die Nano-Versiegelung schon bei der Herstellung des Glases. Allerdings können verschiedene Glasoberflächen auch nachträglich noch mit dem Effekt ausgestattet werden.

In vielen Drogerien finden sich Fensterputzmittel mit Lotus-Effekt. Diese können dann für folgende Oberflächen angewandt werden:

  • Dusche
  • Spiegel
  • Autoscheibe
  •  Glastüren
  • Glasscheiben
  • Autospiegel

Des Weiteren wird in einigen Ratgebern oft von Nano-Versiegelung mittels Hausmitteln gesprochen. Hier werden Methoden mit Weichspüler und Kartoffeln beschrieben, von denen allerdings abzuraten ist. Sie erreichen – wenn überhaupt – nur einen kurzfristigen Versiegelungseffekt. Unzuverlässig ist er obendrein. Am besten wird auf zertifizierte Produkte zurückgegriffen, dann ist man auf der sicheren Seite.

Vorteile einer Nano-Versiegelung gegenüber einer normalen Oberflächenversiegelung

Produkte, die einer Nano-Versiegelung unterzogen wurden, versprechen eine nachhaltige Sauberkeit und leichte Reinigung. Kleine Verschmutzungen sowie Wasser, Öl und Fett lassen sich mühelos und schnell beseitigen.

Bei versiegelten Oberflächen mit speziellen Produkten aus der Nanotechnologie reicht klares Wasser zur Reinigung aus, da die Oberfläche nicht mehr für Schmutz angreifbar ist.

Weitere Vorteile sind u. a.:

  • hohe Schutzwirkung
  • Reinigung wird seltener erforderlich
  • lange Haltbarkeit

Einen Nachteil können lediglich die höheren Kosten einer Nano-Versiegelung im Vergleich zur normalen Oberflächenversiegelung darstellen.

Kosten einer Glasversiegelung

Eine Flasche für Glasversiegelung ist je nach Versiegelungstechnik und Qualität ab 10 oder 20 Euro aufwärts erhältlich. In Abhängigkeit von Versiegelungsfläche und –Technik können aber auch mehrere hundert Euro anfallen. Beim Kauf von speziellen Produkten für eine Nano-Versiegelung sollte man sich im Vorfeld ausführlich informieren und nicht das billigste Produkt kaufen, sondern auf Qualität achten.

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