ᐅ Plexiglas polieren: So gehen Sie vor [2022]

Autor: Franz Wächter
  • Glas-Experte

Der Name Plexiglas ist den meisten geläufig, aber richtiger ist eigentlich die Bezeichnung Acrylglas. Die Verwendungsmöglichkeiten des Kunststoffs sind vielfältig, und er kann relativ einfach mit den gängigen Elektrowerkzeugen oder von Hand bearbeitet werden. Deshalb ist Plexiglas polieren im Grunde recht einfach, wenn der Handerker ein paar Feinheiten beachtet.

Vielseitig verwendbares Material

Plexiglas eignet sich hervorragend für den Innenausbau, und der Heimwerker verwendet deshalb das Material immer häufiger für seine Installationen. Im Unterschied zum echten Glas überzeugt der Werkstoff mit einigen positiven Eigenschaften. Besonders die hohe Bruchsicherheit (ähnlich: Sicherheitsglas) ist ein wesentlicher Vorteil, außerdem seine sehr gute optische Qualität sowie die hohe Lichtdurchlässigkeit. Auch für Accessoires verwenden die Hersteller gerne Plexiglas, etwas für Abdeckungen aller Art oder für Uhren-Gläser.

Aber leider etwas anfällig für Verschmutzungen

Der Kunststoff nimmt aber leider schneller eine Staubschicht an als das normale Glas. Verantwortlich für dieses Phänomen ist die rasche statische Aufladung des Materials. Die Staubpartikel zieht es aus der Luft an, und sie lagern sich dann auf der Oberfläche ab. Mit der Zeit wird Acrylglas deshalb etwas trübe und wirkt nicht mehr so ansehnlich wie im Neuzustand. Also sollte man von Zeit zu Zeit das Plexiglas polieren, um wieder eine gute Durchsicht zu erhalten.

Plexiglas polieren – die Werkzeugliste (je nach Methode):

  • Gasbrenner
  • Bohrmaschine oder Drehmel
  • Polierscheibe („Schwabbelscheibe“), -filz, Aufsätze nach Wahl
  • Abziehklinge
  • Schleifpapier, Schleifvlies, Polierfilz
  • Ein weiches Tuch, Polierwatte
  • Glaspolitur

Zum Polieren des Kunststoffs eignen sich im wesentlichen drei Methoden: Das Flammpolieren, das Aufbereiten mit Bohrmaschine und Polieraufsatz und schließlich das Polieren von Hand. Wir beschreiben alle drei Techniken und die einzelnen Arbeitsschritte.

Vor Beginn der Arbeiten geht es aber zunächst an die Grundreinigung. Dabei verwenden wir ausschließlich fusselfreie Tücher, denn die nehmen wirklich den Staub komplett auf. Außerdem kommt es dann nicht zu Streifen oder anderen Rückständen. Wir vermeiden auf diese Weise, dass Verschmutzungen zurückbleiben, die das anschließende Polieren nur unnötig verkomplizieren.

Zusätzlich empfiehlt sich eine Reinigung mit einem feuchten Tuch, sonst kommt es auf dem Glas zu Kratzern . Es reicht völlig, wenn wir das Tuch nur kurz anfeuchten. Zum Abtrocknen eignet sich ebenfalls nur ein Tuch, das keine Fusseln hinterlässt.

Als Reiniger verwendet der umsichtige Heimwerker ein normales Spülmittel. So lassen sich fettige Beläge leicht entfernen. Vielleicht den Reiniger erst einige Zeit einwirken lassen und die Flecken anschließend abreiben. Nicht empfehlenswert bei Kunststoff sind Glasreiniger, das Ergebnis kann schlimm ausfallen. Gleiches gilt für Waschbenzin, der Verfärbungen hinterlässt.

Plexiglas polieren mit dem Gasbrenner

Das Polieren mit Flammen stellt das schnellste Verfahren dar. Auch ein ungeübter Laie kommt mit der Methode gut klar, wenn er seine Scheu vor dem Feuerstrahl überwinden kann. Der Heimwerker greift zum Gasbrenner, wenn die Kanten des Werkstücks nicht mehr weiterverarbeitet werden, etwa bei einem Regalbrett, einer Lichtleiste oder anderen Bauteilen. Durch die Hitze der Flamme schmilzt allerdings die Oberfläche, und unter Umständen entstehen im Material Spannungen. Bei der Abwendung ist also Vorsicht geboten.

Der Gasbrenner ist beim Plexiglas polieren deshalb ein gutes Hilfsmittel, weil er hohe Temperaturen erzeugt und zudem eine sehr saubere Flamme abgibt. Allerdings entsteht aufgrund der Wärme eine leicht schimmernde Oberfläche, und das Kunstglas wird durch die Bearbeitung in manchen Fällen nicht vollkommen durchsichtig.

Die Arbeitsweise mit dem Brenner

Für das Flammpolieren sollte der Brenner gewisse Anforderungen erfüllen, denn die Flammenform und auch der Brennstoff beeinflussen das Arbeitsergebnis. Geeignet für das Aufbereiten sind sowohl der Acetylen- als auch ein Propangas-Brenner, weil beide eine deutliche heißere Flamme erzeugen im Vergleich mit einem Butan-Brenner.

Am Gasbrenner muss eine Spitze vorhanden sein, die verstellbar ist, damit sich der innere Kegel der Flamme formen lässt. Dieser sollte einem Bleistift ähneln, es ergibt sich also eine Flammenform, die spitz zuläuft. Am besten die Arbeitstechnik zunächst an einem nicht mehr benötigten Reststück trainieren.

Das Polieren mit dem Gasbrenner in einzelnen Schritten:

  1. Die Flamme darf beim Polieren das Plexiglas nicht berühren.
  2. Den Brenner ruhig, aber nicht zu langsam am Werkstück entlang führen.
  3. Das Glas schmilzt und fließt zusammen zu einer vollkommen glasartigen Oberfläche.

Die Politur mit Bohrmaschine und Polieraufsatz

Die Aufarbeitung kann auch mittels einer Bohrmaschine mit einem entsprechenden Aufsatz erfolgen. Gegenüber der Methode von Hand nutzt der Praktiker hier die Umdrehung des Elektrowerkzeugs, um schneller zu Ergebnissen zu kommen. Auch ein Akkuschrauber eignet sich, für kleinere Flächen ist sogar eher ein Drehmel das passende Werkzeug.

Der Polieraufsatz ist mit unterschiedlichen Durchmessern erhältlich, man spannt ihn einfach in die Bohrmaschine und beginnt mit der Arbeit. Der Handel bietet Polierscheiben mit verschiedenen Härten an, die sich jeweils für die Vor- oder Nachpolitur eignen. Zusätzlich benötigen wir ein Polierwachs, das auf den Polierfilz oder das Werkstück gegeben wird.

Das Verfahren ist im Vergleich mit der Flammpolitur in der Ausführung etwas anspruchsvoller, andererseits aber besser kontrollierbar. Etwas höhere Kosten entstehen, denn die Anschaffung der Arbeitsmittel summiert sich, weil am Ende doch mehrere Kleinbeträge zu Buche stehen. Allerdings überzeugt die Maschinen-Politur mit einem deutlich besseren Resultat.

Auch hier entsteht durch das Schleifen eine gewisse Wärme. Um diesen Effekt in Grenzen zu halten, achten wir auf die Drehzahl. Mindestens 3 000 Umdrehungen pro Minute empfehlen die Experten, damit das Ergebnis der Bemühungen als vorzeigbar gelten kann.

Die Vorgehensweise in Stichpunkten:

  1. Das Elektrowerkzeug vorbereiten: Schleifteller einspannen, Polierfilz anbringen.
  2. Die Polierpaste mit niedriger Drehzahl auf dem Acrylglas verteilen.
  3. Mit erhöhter Drehzahl den Belag nach und nach abtragen.
  4. Verschiedene Filze verwenden: Zunächst mit einem harten Aufsatz den groben Schmutz entfernen, dann ein weicheres Schleifmittel benutzen. Schließlich mit einem weichen Filz glatt polieren.

Garantiert ohne Emissionen: Das manuelle Polieren

Plexiglas polieren von Hand führt zu einem sehr sauberen Arbeitsergebnis, und es entstehen kaum Kosten. Der Handwerker braucht nicht viel mehr als eine Abziehklinge, Schleifpapier oder ein Schleifvlies sowie die bereits erwähnte Polierpaste.

Beim Kauf der Materialien achten wir darauf, dass wir kein normales Schleifpapier erwerben. Vielmehr entscheiden wir uns für Wasserschleifpapier, damit beim Polieren keine Schmutzpartikel in das Material eindringen. Das händische Vorgehen eignet sich besonders für den Anfänger der Polierkunst. Manuell ausgeführt, verbessert der unmittelbare Kontakt mit dem Kunststoff nämlich seine Materialkenntnis und das Gefühl für den Werkstoff. Außerdem kommt es nur zu einem minimalen Materialaufwand, was die Kosten senkt. Nachteilig auswirken kann sich aber der je nach Arbeitsfläche doch erhebliche Zeitaufwand.

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