Glas Dämmung: Innovative Dämmung durch Schaumglas

Autor: Franz Wächter
  • Glas-Experte

Wenn Glas auf Kohlenstoff trifft und aufgeschäumt wird, entsteht Schaumglas: Ein geschlossenzelliger Dämmstoff mit besonderen Eigenschaften. Dank ihrer abgeschlossenen Materialstruktur und der feinen Zellglaswänden ist diese Dämmung druckfest und widerstandsfähig. In diesem Ratgeber geht es um die besonderen Eigenschaften, die Entstehung, die Vor- und die Nachteile von Schaumglas.

Glasdämmung – welches Material?

In der Glasdämmung lassen sich zwei Materialien unterscheiden: Das Schaumglas und das Foamglas. Das Besondere an dieser Dämmung ist die Glaszellenstruktur, die diesen Stoff extrem druckfest macht. Damit riskiert die Glasdämmung keine Deformierungen, was sich positiv auf die zulässige Dauerdruckfestigkeit auswirkt. Im Vergleich zu anderen Dämmstoffen hat das Glas hier die Nase vorn.

Die Entstehung von Schaumglas

  1. Schaumglas wird in einem thermischen Verfahren angefertigt. In Niedertemperaturöfen wird das Glas durch die Zuführung von Wärme geschmolzen und energiesparend aufgeschäumt.
  2. Als einer der Hauptrohstoffe kommt Flachglasrecyclat zum Einsatz.
  3. Hat das Glas die Glasschmelze durchlaufen, wird es in Kugelmühlen zermahlen. Dafür versetzt man das Glas mit Kohlenstoff.
  4. Anschließend durchlaufen die Rohstoffe in Formen aus Edelstahl die Aufschäumöfen.

Allmählich entsteht die geschlossene Zellstruktur, die mit feinen Zwischenwänden durchsetzt ist. Sie bleibt dank der allmählichen Abkühlung erhalten.

Noch geht es sparsamer ist die Herstellung in einem Tunnelofen ohne Formenguss. Hier kommt es zu einer stärkeren Abkühlung, weshalb das Band zu Schaumglas-Schotter zerbricht.

Die Besonderheiten von Schaumglas

Schaumglas geht mit leistungsfähigen Eigenschaften einher und bietet sich als alternativer Dämmstoff vielfach an:

  • Feuerfest
  • Druckfest
  • Frostbeständig
  • Wasserfest
  • Verrottungsbeständig
  • Schädlingsresistent
  • Alterungsbeständig

Ist das Schaumglas intakt, kann es kein Wasser aufnehmen. Aufgrund der offenen Oberfläche der Poren ist es aber nicht frostsicher. Die Poren würden durch die frostbedingte Volumenzunahme des Wassers allmählich gesprengt. Das kann zu feinen Mikrorissen führen, die sich immer weiter ausbreiten. Darunter würde dann auch die Dämmwirkung leiden.

Wo kommt Glasdämmung zum Einsatz?

Der Wärmedämmstoff besteht aus aufgeschäumtem Glas und bietet sich für den Tiefbau und den Hochbau an. Außerdem wird Schaumglas für betriebstechnische Anlagen eingesetzt. Aus diesem Material lassen sich Segmente, Platten und Rohrschalen fertigen.

Gerade bei extremen Bedingungen, wenn das Wasser aus dem Erdreich gegen die Dämmung der Gebäude drückt, empfiehlt sich das Schaumglas als Dämmung. Alternativ zum Schaumglas gibt es Schaumglas Schotter, der ähnlich hergestellt wird und ein noch breiteres Anwendungsspektrum hat.

Heute findet das Schaumglas in unterschiedlichen Dämmverfahren Verwendung:

  • Perimeterdämmung
  • hinterlüftete Fassaden
  • Flachdächern

Selten entscheiden sich die Bauherren in den Innenräumen für die Glasdämmung, sondern vielfach im Kellerbereich für Schaumglas als Dämmung. In den betriebstechnischen Anlagen findet die Glasdämmung in den Rohrleitungen Einsatz ebenso wie in Kühlhäusern, in Tanks aus Stahl und in Industrieschornsteinen.

Fazit

Zu den entscheidenden Besonderheiten der Glasdämmung gehört ihre hohe Druckfestigkeit, mit der kein anderes Material mithalten kann. Zudem sind die Dämmplatten dicht gegenüber Wasserdampf und für alle erdberührten Bauteile geeignet.

Die Herstellung von Schaumglas ist energiesparend, aber relativ teuer, weshalb das Material noch zu den kostspieligeren Baustoffen gehört und nur 1 Prozent des Marktanteils ausmacht. Das innovative Material ist für mehrere Anwendungsgebiete geeignet, wie im Keller, in der Fassade, auf Dächern, Parkdecks und im industriellen Bereich.

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